Ich erhalte immer mehr Anfragen von Lesern, welche Wetterstationen mit WLAN oder LAN arbeiten, also die Daten direkt ins Internet laden. Um einen Überblick zu erhalten, habe ich hier die wichtigsten Internet-Wetterstationen zusammengetragen.

Es gibt bereits viele WLAN Wetterstationen am Markt, deshalb gibt es hier einen Überblick

Auch Wetterstationen und deren Daten finden immer mehr den Weg ins World Wide Web. Bild © Thorben Wengert / pixelio.de

WLAN ist aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Schön langsam zeichnet sich am Markt für Wetterstationen die Tendenz ab, dass auch WLAN bei Wetterstationen eine immer größere Rolle spielen wird. Noch sind die Geräte am Markt rar gesät und namhafte Hersteller scheuen dieses Marktsegement (noch), es scheint sich aber nur mehr um eine Frage der Zeit zu handeln, wann Profi-Wetterstationen mit WLAN ausgestattet werden, um immer und überall auf seine erfassten Wetterdaten mit Smartphone, ohne PC, zugreifen zu können. Ich habe daher eine Liste mit WLAN Wetterstationen zusammengestellt, die ich gerne aktuell halten will. Sollte ich eine Wetterstation mit WLAN-Funktion vergessen haben, bitte um Info!

Netatmo – Die Vorzeige-WLAN-Wetterstation bisher

Die Netatmo ist eine sehr innovative WLAN-Wetterstation, die sogar CO2 und Lautstärke mittels Sonometer erfassen kann. Die Daten werden von der Netatmo-Basisstation mittels WLAN in die Netatmo Applikation geladen und können anschließend am Smartphone (Android + IOS) bzw. am PC betrachtet werden. Die Netatmo hat im Test sehr überzeugt und ist optisch sehr speziell. Mittlerweile gibt es auch einen Regensensor und Windmesser für die Netatmo.


(zu Amazon)

Froggit Wetterstation HP1000 mit WLAN

Die Froggit HP 1000 erinnerst optisch stark an das Profi Modell Davis Vantage Vue und ist dieser wohl nachgeahmt und kostet nur die Hälfte, ist aber mit ca. 250 Euro dennoch nicht billig. Das Gerät arbeitet mit WLAN und hat einen Kombi-Sensor für Wind und Regen, was in der Regel keine messtechnisch optimalen Standorte zulässt.


(zu Amazon)

Technoline MA 10410 – eine WLAN-Wetterstation als Baukastensystem

Die MA 10410 von Technoline wird als Hausüberwachungssystem vermarktet. Sensoren können beliebig hinzugekauft werden, sogar ein Regen- und Windsenor ist erhältlich. Ebenso einen Wasserdetektor-Sensor gibt es. Die Daten lassen sich per App am Smartphone abrufen. Der Preis hängt stark davon ab, wieviele Sensoren man benötigt.


(zu Amazon)

LAN-Wetterstation Weatherhub Temperatur-Monitor von TFA

Nicht mit WLAN, sondern mit LAN arbeitet die Weatherhub Station von TFA. Regensensor, Windsensor sind im Lieferumfang, der Preis liegt bei ca. 150 Euro. Die Daten können per APP abgerufen werden. Es sind bis zu 50 Sensoren anschließbar.


(zu Amazon)

LAN-Wetterstation von Oregon Scientific

Etwas günstiger ist die LAN-Wetterstation von Oregon Scientific, beinhaltet aber ebenso einen Regen- und Windsensor, lässt sich aber nur auf bis zu 8 Thermo/Hygrosensoren erweitern. Ein UV-Sensor kann optional gekauft werden.


(zu Amazon)

Bresser Connect LAN-Wetterstation

Die noch günstigere Bresser Connect beinhaltet ebenso Windmesser und Regensensor und arbeitet auch mit LAN (nicht WLAN). Zusätzlich ist ein Pflanzensensor enthalten, der die Bodenfeuchtigkeit misst und ein Strommmesser. Die Daten lassen sich per APP abrufen.


(zu Amazon)

Ein paar kritische Anmerkungen zu den WLAN-Wetterstationen

Beim Durchforsten der am Markt erhältlichen Geräte fällt mir sofort auf, dass die Geräte eher im günstigeren Segment angesiedelt sind. Meine Erfahrung zeigt leider, dass gerade günstige Wind- und Regensensoren nicht immer Profi-Ansprüche erfüllen, sondern eher eine nette Spielerei sind. Da ich bis auf die Netatmo noch keines der oben genannten Geräte getestet habe, kann ich nur Vermutungen zu den WLAN-Wetterstationen anstellen, aber höchste Qualität würde ich persönlich nicht erwarten. Bisherige Amazon-Rezensionen zeigen leider in diese Richtung.

Weiters arbeiten viele Geräte mit Clouds, also die Wetterdaten der Wetterstation werden auf eine Cloud geladen und können dort per Smartphone abgerufen werden. Man gibt also seine Daten in andere Hände. Gerade zum Beispiel bei der Netatmo, wo auch ein Lautstärken-Sensor enthalten ist, stellt sich die logische Frage nach Datenschutz und Privatsphäre, auch wenn ich hier keinen Hersteller anprangern will.

Die (bessere?) Alternative zu aktuellen WLAN-Wetterstationen

Menschen, die keine hohen Ansprüche an Messtechnik haben, sondern nur mal schnell die Daten online abrufen möchten, denen kann ich eine der genannten WLAN-Wetterstationen empfehlen. Wer es aber ernst mit dem Wetterhobby meint und auch Hochwertigkeit und Genauigkeit zählt, für den ist wohl eine andere Lösung besser: Kaufen Sie sich eine Profi-Wetterstation, die mit der Software WSWIN arbeitet, wie zB die TFA Nexus oder noch besser (aber viel teurer), die Davis Vantage Pro 2. Mittels der Software können Sie sich eine einfache Wetterhompage basteln, wo Sie die Daten auch online abrufen können. Nachteil: der PC muss laufen. Allerdings gehören die Daten dann Ihnen und sind nicht auf einer Cloud gespeichert. Zudem ist WSWIN bei der Auswertung der Daten sehr flexibel und umfangreich. Wetterapps von den genannten WLAN-Wetterstationen sind meist sehr limitiert.

Wetterstationen mit WLAN – Ein Zukunftsmarkt

Allerdings ist es wohl kein Geheimnis, dass die Anzahl dieser Wetterstationen mit WLAN oder LAN stark steigen wird und dass auch noch hochwertigere Geräte von namhaften Herstellern auf den Markt kommen werden, da wir in einer immer mehr vernetzten Gesellschaft leben. Ich gehöre in diesem Fall zu der Sorte Menschen, die lieber noch beim alten Konzept (Wetterstation-Software-PC-Internet) bleiben, auch wenn ich sonst ein Smartphone Narr bin. Die älteren „offline“ Wetterstationen erfüllen die Ansprüche eines Hobbymeteorologen derzeit noch (!) besser, als neue WLAN-Wetterstationen.