Ein guter Standort Ihres elektronischen oder analogen Niederschlagssensors ist Voraussetzung für genaue Messwerte. Hier lesen Sie, was Sie bei der Niederschlagsmessung beachten müssen.

Profi-Wetterstationen verfügen in der Regel über einen Niederschlagssensor, der den gefallenen Niederschlag in l/m² misst und per Funk an die Basisstation überträgt. Der Niederschlag kann auch recht genau mit einfachen Regenmessern vom Baumarkt oder einem Profi Regenmesser von Hellmann ermittelt werden.

Wie schon bei der Temperaturmessung muss natürlich ein optimaler Standort im eigenen Garten für optimale Messergebnisse gefunden werden.

Was die offiziellen Richtlinien des Deutschen Wetterdienstes sagen

Ein Auszug aus den offiziellen DWD-Richtlinien (Deutscher Wetterdienst):
Die Auffangtrichter des Sensors soll bis 500 m Seehöhe auf 1 m Höhe über dem Untergrund liegen. Gelände mit starken Neigungen sollen vermieden werden. Die Umgebung soll aufgelockerte Bebauung und/oder Bewuchs aufweisen. Hohe Windgeschwindigkeiten in Bodennähe sollen somit vermieden werden. Große Hindernisse wie Bäume oder Gebäude sollen mindestens doppelt so weit vom Niederschlagssensor entfernt sein, wie sie hoch sind. (Quelle: Richtlinien DWS (pdf))

Soviel zur Theorie, nun zur Praxis für den Hobbymeteorologen.

Der optimale Standort im eigenen Garten

Regensensor-Vergrößerung des Regensensors der Funkwetterstation am optimalen Standort im Garten

Die Auswahl des Standortes des Regenmessers im eigenen Garten bedarf einiger Überlegungen


Da Sie im eigenen Grün hinterm Haus wohl selten diese offiziellen DWD-Richtlinien einhalten werden können, müssen Sie nach dem optimalen Standort Ausschau halten. Das Wichtigste ist, dass sich im Umfeld des Regensensors keine hohen Bäume oder Gebäude befinden, natürlich dürfen keine Äste über den Niederschlagssensor ragen. Denken Sie immer an den Wind und an die vorherrschende Windrichtung. Steht zB westlich vom Regenmesser ein großer Baum, behindert dieser bei Westwind eine exakte Niederschlagsmessung, da der Baum den Niederschlag behindert bzw. die im Windsschatten entstehenden Luftwirbel die Niederschlagsmenge verfälschen.

Das Gegenteil ist auch nicht ideal: Steht der Regenmesser völlig alleine auf einem Feld, bläst der Wind den Niederschlag über den Sensor. Deshalb ist ein relativ windgeschützter Boden wünschenswert (siehe DWD-Richtlinie). Kleinere Büsche bzw. Bäume, Gartenzäune und dergleichen sind also durchaus empfehlenswert.

Versuchen Sie die 1 m Standorthöhe zu beachten. Allerdings ist das meiner Erfahrung nach ein nicht zu überbewertender Faktor. Steht zB ein 1 m hoher Strauch neben einem idealen Standort, dann positionieren Sie den Niederschlagssensor Ihrer Wetterstation einfach auf 1,5 m. So kann der Strauch den Niederschlag bzw. den Wind nicht gravierend negativ beeinflussen. Der halbe Meter höher ist meiner Meinung nach nicht kritisch und für den Hobby-Meteorologen zu vernachlässigen.

Ungeeignet sind zB Standorte auf dem Dach, Terrasse, Balkon bzw. zu nahe bei einer Hauswand.

Sämtliche Faktoren gelten natürlich auch für analoge Regenmesser!

Sorgen Sie bei elektronischen Regenmessern UNBEDINGT für eine gute Befestigung und waagrechte Ausrichtung

Dieser Ratschlag gilt in erster Linie für elektronische Niederschlagssensoren von zB Profi-Wetterstationen. Da diese mit einer Wippe im Inneren arbeiten, können schon leichtere Vibrationen und Erschütterungen bei halb von Niederschlag gefüllten Wipp-Schaufeln den Wippschlag auslösen und somit für erhöhte Regenmengen sorgen. Sorgen Sie deshalb für sehr stabilen Halt des Regenmessers, auch bei Gewitter und Sturm!

Der elektronische Regensensor muss (!) auch möglichst per Wasserwage ausgerichtet werden, wenn Sie genaue Messwerte erreichen wollen. Der Wippschlag kann natürlich nur dann gleichmäßig ausgeführt werden, wenn der Niederschlagssensor genau waagrecht ausgerichtet wurde.

Bitte kontrollieren Sie regelmäßig im Zuge der Reinigung die Ausrichtung mit einer Wasserwage. Nicht selten verstellt der Wind wie aus Geisterhand die Ausrichtung. Auch Kollisionen mit dem Rasenmäher können da den Regensensor schon mal aus dem Gleichgewicht bringen …

Was es noch zu beachten gilt: Reinigung und Funkverbindung

Wie schon in Wetterstationen und Reinigung geschildert, ist ein elektronischer Regensensor einer Profi-Wetterstation sehr anfällig gegen Verschmutzung. Denken Sie daran, dass der Regenmesser deshalb immer gut zugänglich für die regelmäßige Reinigung sein sollte!

Weiters müssen Sie natürlich auch die Funk-Reichweite Ihrer digitalen Funkwetterstation beachten. Ein unter messtechnischer Perspektive perfekter Standort bringt Ihnen nichts, wenn die Funksignale nicht an der Basisstation der Wetterstation ankommen.

Lesen Sie auch die Artikel über den optimalen Standort der Basisstation und des Thermometers.