Test-Vorschau: Die Bresser 4CastPc Profi-Wetterstation wagt sich in neues Gelände

Profi-Wetterstationen gibt es viele, jedoch ist die Kombination aus satellitengestützter Wetterstation und Profi-Wettercenter mit PC-Anschluss noch eine relativ junge aber äußerst sinnvolle Kombination. Bresser hat mit der 4CastPC diesen Schritt gewagt. Hier stelle ich die 4CastPC detailliert vor.

Mein Test der Profi-Wetterstation 4CastPC steht vor der Tür. Da dieser noch länger dauern wird, schreibe ich hier einen vorab Bericht zu dieser Wetterstation. Ich habe sämtliche technischen Daten bereits studiert und bin zum Schluss gekommen, dass die Wetterstation höchstwahrscheinlich eine technische Kombination aus der Bresser 4CastLX und der TFA Nexus ist. Meine Argumente für diese Schlussfolgerung lesen Sie hier.

Die erste Herzstück der Profi-Wetterstation 4CastPC: Die satellitengestützte Wetterprognose

Das erste Herzstück der Bresser 4CastPC ist die satellitengestützte Wetterprognose. Das satellitengestützte Meteotime-System splittet Europa in 90 Regionen. Bei der Installation müssen Sie nur die nächstgelegene Stadt eingeben (470 zur Auswahl), schon wird innerhalb der nächsten 24 Stunden über das DCF Signal, über das auch die Funkuhrzeit übertragen wird, die Wetterprognose für den aktuellen und die nächsten drei Tage empfangen. Die Wetterstation von Bresser verwendet für die Prognose 15 verschiedene Wettersymbole, die automatisch (oder manuell) in den Tag bzw. Nachtmodus wechseln. Für kritische Wetterlagen verwendet die Bresser 4Cast PC verschiedene Warntexte, die am Display angezeigt werden (zB Hagel, Sturm, Starkregen usw.). Haben Sie Probleme mit dem Empfang, können Sie über eine „Test“-Taste jederzeit den Empfang zum Meteotime-Signal testen.

Soviel zur Theorie. Ich habe ja bereits die Bresser 4CastLX getestet, die fast die gleichen technischen Daten hat und auch optisch ähnlich Züge aufweist. Das zugrunde liegende Meteotime-System spuckt ohnehin immer dieselbe Wetterprognose aus. Ich erwarte mir im Test der 4CastPC daher ähnlich gute Ergebnisse wie bei der 4CastLX. Die vielfältige und je nach Standort auch durchaus genaue Wetterprognose hat im Test damals durchaus überzeugt.

Das zweite Herzstück – Die Profi-Wettermessung mit drei Außensensoren, das macht Spaß

Sehe ich mir die Produktbilder der rund 220 Euro teuren Profi-Wetterstation an, fällt sofort eines auf: Alle drei Außensensoren sehen optisch exakt ident mit jenen der TFA Nexus aus. Die Produktdaten bestätigen meinen Verdacht: Hier handelt es sich tatsächlich um exakt dieselben Außensensoren wie bei der TFA Nexus, auch wenn diese höchstwahrscheinlich aus herstellertaktischen Gründen nicht kompatibel miteinander sein werden (werde ich auch testen).

Sämtliche Messtoleranzen (Außentemperatur +/- 1 °C, Luftfeuchtigkeit +/- 5 %, Windmessung +/- 2 mph + 5 %) und Messbereiche sind bei der TFA Nexus exakt ident zur Bresser 4CastPC. Ich erwarte daher im Test ähnlich genaue Messergebnisse (siehe Test der TFA Nexus). Ein Unterschied fällt auf: Die Übertragungsdistanz bei der TFA Nexus sind mit 100 m pro Sensor mutiger beziffert, Bresser gibt beim Regen- und Windsensor nur 30 m an, was aber eher der Realität entspricht.

Das wohl positivste an der Bresser Profi-Wetterstation: Sie können jeden Außensender unabhängig voneinander platzieren, jeder Sensor funkt für sich die Daten an die Basisstation. Sie sind also in der Positionierung im Garten sehr flexibel, was optimalere Standorte und somit bessere Messergebnisse ermöglicht.

Die Temperaturmessung + Luftfeuchtigkeitsmessung der Bresser 4Cast PC

Dieser Sensor übermittelt bis zu maximal 100 m offizieller Reichweite die Außentemperatur und relativer Außenluftfeuchtigkeit an die Basisstation. Sie können bis zu fünf (!) dieser Sensoren mit der Bresser Basisstation verbinden. Ein automatisches Zappen durch die Kanäle ist an der Basisstation einstellbar. Die Sensoren verfügen selbst über ein kleines LCD-Display, das Ihnen auch die Messwerte anzeigt. Übertragen werden die Daten alle 47 Sekunden. Temperaturalarme lassen sich für jeden Kanal programmieren. Min/Max-Werte werden gespeichert, zudem kann per Knopfdruck der Taupunkt angezeigt werden.

An der Basisstation werden ebenfalls die Temperatur und Luftfeuchtigkeit ermittelt. Sämtliche Messwerte (innen + außen) verfügen über die sehr hilfreichen Trendpfeile. Ebenso wird die Raumkomfortzone angezeigt (dry, wet, comfort).

Messbereiche außen: -40 °C bis 80 °C, 0 – 99 % Luftfeuchtigkeit
Messbereiche innen: -9,9 °C bis 60 °C, 0 – 99 % Luftfeuchtigkeit
Genauigkeit +/- 1 °C bzw. +/- 5 %

Die Niederschlagsmessung der Profi-Wetterstation

Der Regensensor überträgt die Niederschlagsmenge alle ca. 3 Minuten an die Basisstation (max. 30 m Reichweite). An der Basisstation selbst können Sie sich diverse Statistiken anzeigen lassen, wie zB Niederschlag der letzten Stunde/24 Stunden/Vortag/letzte Woche/letzten Monat. Ein Regenmengen-Alarm lässt sich programmieren.

Der Windmesser der Bresser Profi-Funkwetterstation

Der Windmesser der Wetterstation muss bei der Installation „genordet“ werden. Die Windfahne misst die Windrichtung, das Schaufelrad die Windgeschwindigkeit. Alle 11 Sekunden werden die Windböen gemessen, alle 33 Sekunden über max. 30 m Distanz an die Basisstation übertragen. Am Display der Bresser 4Cast PC wird die Windrose mit den Windgeschwindigkeiten schön dargestellt. Max-Werte werden gespeichert. Der Windmesser hat auch einen Thermometer integriert, zur Wind-Chill Berechnung. Außerdem ist ein Windalarm programmierbar.

Was kann die Basisstation der Bresser 4CastPC? Hier kommt die enorme Funktionsvielfalt zum Vorschein

Die Basisstation misst den Luftdruck (Höhenkorrektur kann und sollte vorgenommen werden) und visualisiert dessen Verlauf in einem 24-h Balkendiagramm und Trendpfeilen. Natürlich gibt es hier keine luftdruckbasierten Wettersymbole mehr, da die Wetterprognose bei der Bresser die satellitengestützte Wettereinheit übernimmt. Das Balkendiagramm kann wahlweise auch den Temperaturverlauf oder den Verlauf der Luftfeuchtigkeit anzeigen! Sehr toll. Sie bekommen sämtliche relevante Daten am Display professionell und wirklich schön dargestellt. Zusätzlich verfügt die Wetterstation von Bresser über einstellbare Wetteralarme, Funkuhr mit Datum, Mondphase (Mondphase auch für die nächsten und vergangenen 39 Tage), Sonnenaufgangs- und untergangszeiten. Das Display verfügt über eine blaue Hintergrundbeleuchtung, welche auch über einen Helligkeitssensor verfügt und so die Beleuchtung automatisch regeln kann. Dies erfordert allerdings einen Netzanschluss. Der Kontrast des Displays lässt sich regeln. Alles in allem haben Sie es hier mit einem professionellen Wettercenter zu tun, das praktisch keine Wünsche mehr offen lässt. Optisch und verarbeitungstechnisch erwarte ich mir von der Bresser wirklich höchste Qualität, das haben bisherige Tests von Bresser-Stationen bereits gezeigt.

Bis zu 200 Datensätze können gespeichert werden – Hier wurde etwas gespart

Die Bresser 4CastPC kann bis zu 200 Datensätze im Intervall von 1 Stunde speichern, bei der TFA Nexus sind es jedoch rund 3.000 im kürzesten Intervall von 5 Minuten (mit Software WSWIN regelbar). Das bedeutet, dass Sie mit der Bresser 200 Stunden oder 8,3 Tage keinen PC benötigen. Leider haben Sie dann aber nur Daten im Stundenintervall. Mir wäre das zu grob. Hier ist die TFA Nexus klar im Vorteil.

Eine Software liefert Bresser mit, diese muss ich jedoch erst genau testen, bevor ich dazu etwas sagen kann. Allerdings ist die Bresser 4CastPC mit der wohl besten Wetterstationssoftware WSWIN kompatibel, zu der ich jedem rate, der Begeisterung für das Wetterhobby hat. Dort gibt es die Möglichkeit, das Speicherintervall auf 5 Minuten zu reduzieren. Allerdings kann ich noch nicht bestätigen, ob das bei der Bresser funktioniert, bei der TFA Nexus funktioniert es tadellos. Selbst wenn es funktioniert, bedeutet das bei 200 Speichersätzen, dass Sie die Wetterstation alle 16,6 Stunden an den PC die Daten auslesen müssen, um keine Daten zu verlieren. Wenn Sie mit WSWIN eine Homepage mit Wetterdaten live versorgen wollen, ist das kein Problem, da ja die Wetterstation von Bresser dauernd am PC angeschlossen sein wird. Wenn Sie aber keinen Dauer-PC-Betrieb wollen und dennoch nicht auf die Speichersätze verzichten wollen, dann rate ich Ihnen zur TFA Nexus, wo Sie immerhin fast 14 Tage im 5 Minuten Intervall aufzeichnen können.

Fazit zur Test-Vorschau: Die Bresser 4CastPC wird mich im Test überzeugen

Ich vermute, die TFA Nexus und die Bresser 4CastPC verwenden großteils dieselbe Technik. Und das ist gut, denn die TFA Nexus weiß zu überzeugen. Durch die Idee, eine satellitengestützte Wetterprognose mit einer klassischen Profi-Wetterstation zu verbinden, wird die Bresser eine erweiterte Zielgruppe ansprechen. Einziger Wermutstropfen: „nur“ 200 Speichersätze. Wenn Sie das nicht benötigen, dann wird die Bresser 4CastPC bestimmt hohen Erwartungen gerecht. Sobald ich den recht aufwändigen Test abgeschlossen habe, werde ich ihn hier veröffentlichen. Dann werden wir sehen, in wieweit meine Vermutungen und Erwartungen an die Bresser 4CastPC erfüllt wurden. Auf alle Fälle bin ich auf den Test schon gespannt. Wer auf die satellitengestützte Prognose verzichten kann, dem rate ich aufgrund der fast identischen Produktdaten zur TFA Nexus und spart damit auch rund 50 Euro.

1 Kommentar zu “Test-Vorschau: Die Bresser 4CastPc Profi-Wetterstation wagt sich in neues Gelände

  1. Hallo Michael,
    jetzt möchte ich mich doch noch einmal kurz bei Ihnen zurückmelden.

    Die BRESSER Funkwetterstation, für die ich mich aufgrund Ihres Testberichts entschieden habe, versieht jetzt bei mir seit etwa 4 Wochen zuverlässig ihren Dienst. Gut finde ich insbesondere die Luftdruckanzeige und die Tendenzanzeige, die die grafische Wettertrendanzeige um wertvolle und zur Interpretation hilfreiche Daten ergänzen. Ansonsten verzichtet das Gerät ja auf weitere Daten und beschränkt sich auf die für den Hausgebrauch wesentlichen Informationen – ein Meteorologe würde sich wahrscheinlich weitere Daten wünschen, für jemanden wie mich, der lediglich an der aktuellen Wettersituation und dem Wettertrend interessiert ist, würden zusätzliche Daten aber nur zu Lasten der Übersicht gehen.

    Kritiken auf anderen Plattformen bemängeln einen Ausfall der Funkverbindung nach mehrmonatigem Betrieb bzw. nach Batteriewechsel. So weit bin ich noch nicht, meine Funkverbindung zwischen Balkon und Küche (ca 5m, dazwischen Glas) steht zuverlässig und ich hoffe mal, dass mir diese Probleme erspart bleiben – mal sehen, wie sich das entwickelt.

    Ich bin jedenfalls derzeit rundum zufrieden mit dem nützlichen Gerät und kann Ihre Empfehlung für das Produkt uneingeschränkt bestätigen.

    Viele Grüße,

    Norbert

Schreibe einen Kommentar