Hier zeige ich Ihnen meine langjährigen Erfahrungen zu den Außensensoren der TFA Nexus Profi-Wetterstation: Thermo/Hygrosensor, Regenmesser und Windsensor. Wie genau sind sie? Welche Stärken und Schwächen haben die Sensoren?

Der Thermo/Hygrosensor der TFA Nexus Profi-Funkwetterstation im Test

Test der TFA Nexus - Temperaturmessung mit Strahlenschutz

Selbstgebauter Strahlenschutz für genaue Messwerte der TFA Nexus Funkwetterstation. Bekommt demnächst einen neuen Anstrich

Im ersten Teil des Tests der TFA Nexus wurde auf die Funktionen der Funkwetterstation eingegangen, hier werden die drei Außensensoren einem 8-jährigen Dauertest unterzogen.

Der Außenthermometer der TFA Nexus hat im 8-jährigen Testzeitraum stets gute Ergebnisse erzielt. Der Thermometer der Funkwetterstation wurde mit einem selbstgebauten Strahlenschutz umhüllt, um noch bessere und von der Sonne unverfälschte Ergebnisse zu ermöglichen. Wenn Sie beabsichtigen, für Ihren Standort langjährige Klimadaten zu sammeln, ist die Temperatur wohl die wichtigste Messgröße, daher sollte hier auf besondere Genauigkeit der Messwerte geachtet werden. Empfangsprobleme des Temperatursensors gab es speziell in den ersten Wochen, standortbedingt. Ich habe deshalb den Standort etwas näher zur Basisstation verlegt (ca. 20 Meter Luftlinie), seitdem gibt es keinerlei Probleme mehr, außer bei schwacher Batterie.

Auffällig ist, dass der Thermometer der Profi-Funkwetterstation zu etwas erhöhten gemessenen Temperaturen neigt. Bei der Testmessung mit einem sehr genauen Referenzthermometer ergab die Abweichung + 0,6 °C. Speziell bei sehr tiefen Temperaturen (< -10 °C) im Winter scheint diese Abweichung noch eine Spur größer zu sein. Allerdings liegt diese Abweichung im Toleranzbereich des Thermometers (+/- 1°C) und ist deshalb akzeptabel. Leider ist die Reaktionsgeschwindigkeit des Temperatursensors verbesserungswürdig. Rasche Temperatursprünge müssten deutlich schneller dargestellt werden. Ein Pluspunkt am Thermometer der Funkwetterstation ist das kleine LCD-Display, der auch am Sender die gemessene Temperatur und Luftfeuchtigkeit anzeigt.

Die Luftfeuchtigkeitsmessung funktioniert ebenfalls sehr gut, wobei jedoch der maximale Wert bei ca. 95 % liegt, 99 % oder 100 % wurden in den letzten 7 Jahren nie erreicht.

Die TFA Nexus Profi-Funkwetterstation kann auf bis zu 3 Thermo-/Hygroaußensender erweitert werden, dazu müssen nur die Kanäle richtig eingestellt werden.

Die Regenmessung der TFA Nexus Profi-Funkwetterstation im Test: Sehr genau und zuverlässig, Trichtervergrößerung

Regensensor-Vergrößerung des Regensensors der Funkwetterstation

Regensensor Vergrößerung auf die Auflösung 0,154 mm. Funktioniert äußerst genau!

Der Regensensor der Funkwetterstation hat eine Auflösung von ca. 0,7 l pro Wippschlag (das Wasser rinnt auf eine Wippe, die per Magnet die Anzahl der Wippschläge misst). Diese Auflösung hat zwar zu genauen, aber hin und wieder zu etwas zu niedrigen gemessenen Regenmengen geführt (speziell bei sehr kleinen Regenmengen), da der Trichter für meinen Geschmack etwas zu klein geraten ist. Ich habe daher den Trichter auf die Auflösung von 0,154 mm pro Wippschlag erhöht. So können auch kleine Regenmengen gemessen werden. Mit der PC-Software WSWIN kann der Auflösungsfaktor eingestellt werden. Zwar werden dann am Display der Basisstation die falschen Werte angezeigt, jedoch richtig in der PC-Software gespeichert und visualisiert (deshalb klebt links auf meinem Display ein weißer Zettel mit der Umrechnungstabelle, siehe Foto im ersten Teil des Tests). Diese Modifikation habe ich rein aufgrund meines Perfektionismus gemacht, auch der unveränderte Regensensor der Nexus führt zu guten Messergebnissen! Sie müssen also nicht herumbasteln.

Der Regenmesser der Funkwetterstation bedarf der meisten Pflege der 3 Sensoren: Regelmäßiges Säubern ist speziell im Sommer unbedingt notwendig, um die genaue Messung zu gewährleisten. Es sammeln sich jede Menge Kleintiere und Baumabfälle darin. Kalkulieren Sie einen Zeitaufwand von 1 – 3 Stunden pro Jahr für die Säuberungsaktionen der Sensoren der TFA Nexus Funkwetterstation ein. Dies gilt für alle Profi-Wetterstationen.

Nach ca. 4 Jahren machte der Regenmesser der Funkwetterstation erste Probleme: Durch die ständige direkte Sonneneinstrahlung und die dadurch entstehende Hitze hat sich die Gummidichtung um die Sendeeinheit ausgedehnt und gelöst. Dies führte in den ersten feuchten Nächten im Herbst zu Empfangsausfällen. Ein Einkleben und Kürzen der Dichtung haben das Problem gelöst (dazu muss man kein Handwerker sein, man braucht nur einen Torx-Schraubendreher und Klebstoff).

Bei Schneefall und gleichzeitigem Frost kann der Regenmesser der Funkwetterstation natürlich nichts messen. Erst wenn der Schnee schmilzt, wird Niederschlag registriert. Damit diese Schneemenge richtig gemessen wird, darf keinerlei Schnee vom Trichter des Niederschlagsensors fallen oder vom Winde verweht werden. Hier hilft nur eine selbstgebaute Regenmesserheizung, die aber auch bei meiner TFA-Nexus Funkwetterstation nicht existiert.

Die Windmessung der TFA Nexus Profi-Funkwetterstation im Test

Der Windsensor der Funkwetterstation in 8 Meter Höhe

Der Windsensor der TFA Funkwetterstation in 8 m Höhe über einem Baumwipfel

Die Qualität der Windmessung hängt in erster Linie vom Standort ab. Der Windsensor mit dem Schaufelrad sollte möglichst hoch (ideal 10 m ohne Hindernisse) positioniert werden. Da aber kaum jemand diese Bedingungen zu Hause vorfindet, müssen Sie Kompromisse finden.

Die Windmessung der TFA Nexus Profi-Funkwetterstation funktioniert prinzipiell gut und stabil, vor allem die 10 minütigen Durchschnittswerte sind auch sehr genau. Leider gibt es Abzüge aufgrund des 11-sekündigen Messintervall der Windgeschwindigkeit. 11 Sekunden sind für eine genaue Messung der Windböen viel zu hoch bemessen. Die tatsächlichen Spitzenböen (die oft nur wenige Sekunden andauern) werden so nur selten erwischt. Rechnen Sie auch damit, dass bei Sturm und Gewitter durch extremen Regen das eine oder andere Funksignal flöten geht und Sie dadurch eventuell die Spitzenböe nicht erwischen. Solche Extremfälle sind aber selten und für langjährige Klimaaufzeichnungen eher irrelevant. Leider legt die Funkwetterstation die Spitzenböe auch nicht in den Datenspeicher ab. Sie wird nur für bis Mitternacht gespeichert und dann gelöscht. Beim Nachträglichen Auslesen der Daten am PC ist also die Spitzenböe nur selten dabei. Allerdings ist diese Einschränkung nur für all jene von Belang, die viel Wert auf die Messung der Spitzenböen Wert legen und das ist definitiv nicht bei jedem der Fall!

Bei feucht-eisigen Bedingungen kann das Schaufelrad bzw. die Windfahne, wie bei jedem Windmesser, einfrieren, was im 8-jährigen Dauertest der TFA Nexus Profi-Funkwetterstation dreimal der Fall war. Nach ein paar Tagen löst sich das Problem meist von selbst. Eventuell hilft anstubsen (Vorsicht, Schaufelrad bricht leicht ab!).

Nachtrag Februar 2016: Im Herbst wurde der alte Windsensor gegen den neuen solargestützten Windsensor für die TFA Nexus ausgetauscht. Der alte Sensor hatte seinen Geist aufgegeben, nachdem ich den Batteriekasten an das untere Ende des Mastes gelegt hatte (mittels Verlängerungskabel und externen Batteriekasten, um mir das Mast-Umlegen beim Batteriewechsel zu ersparen). Es war also mein Fehler, der Sensor würde vermutlich noch immer funktionieren. Der neue Windmesser der TFA Nexus hat dieselben Messdaten und Toleranzen, hat jedoch zusätzlich ein Solarpanel, das ähnlich wie in Solarlampen einen Akku auflädt. Ist der Akku leer, wird der Strom von den normalen AA-Batterien gesaugt. So soll die Gesamtlaufzeit der Batterien massiv länger sein, als beim alten Sensor. Ich werde berichten … Tipp: Bitte unbedingt die Reihenfolge beim Einlegen der Batterien bzw. beim Einstecken des Akku-Kabels gemäß Bedienungsanleitung befolgen! Ich wollte den Sensor fast retourieren, weil er nicht funktioniert hat. Erst durch die EXAKTE Reihenfolge der Handgriffe konnte die TFA Konsole den neuen Solar-Windmesser von TFA erkennen.

Batterielebensdauer der Sensoren der TFA Nexus Funkwetterstation

Jeder Außensender der Funkwetterstation benötigt 2 Batterien der Type AA. Ich verwende nur Markenbatterien, da durch die Temperaturschwankungen die Batterien sehr belastet werden und ich das Auslaufen der Energiespender vermeiden will. Die Batterielebensdauer der Profi-Funkwetterstation liegt im Testzeitraum deutlich über den angegebenen Werten in der Bedienungsanleitung: Temperatursensor ca. 1-2 Jahre, Windmesser ca. 2 Jahre, Regenmesser >2 Jahre. Die Basisstation läuft bei mir per Netzteil, Batterien sind zur Stützung bei Stromausfall eingelegt. Leider ist die Batterieanzeige am Display der Basisstation etwas ungenau.

Sollte mal ein Sensor kaputt gehen, kann jeder Sensor separat zum leistbaren Preis nachgekauft werden, was ein Gefühl der „Sicherheit“ bei Sturm & Hagel gibt.

Fazit nach 7 Jahren Test der TFA Nexus: Die TFA Nexus spielt für den Hobby-Meteorologen alle Stücke

Die TFA Nexus funktioniert seit 7 Jahren ohne größere Probleme und hat schon unglaubliche 630.000 Datensätze gesammelt. Kleine Weh-Wehchen sind bei ständig ausgesetzten Wetterbedingungen der Funksensoren völlig normal. Die enorme Funktionsvielfalt, der riesige Datenspeicher und die unabhängigen Sensoren sind Kaufargumente für die TFA-Nexus Profi-Wetterstation, die einfach für viele Hobbymeteorologen unverzichtbar sind und großen Spaß machen. Tipp: Die Preise schwanken auf Amazon.de extrem, zwischen 140 und 200 Euro, mit etwas Geduld kann man bei der TFA Nexus sich sicher Geld sparen.

[asa]B000N3ZDM4[/asa]

Testergebnisse der TFA Nexus in detaillierter Aufstellung