Ein ausführlicher Beitrag zum Thema Wetterfühligkeit, Wetter und Gesundheit und deren Zusammenhänge. Was Sie bei Wetterfühligkeit tun können und wie Wetterstationen unterstützen können.

Das Klima bleibt über einen längeren Zeitraum beständig, das Wetter ändert sich täglich. Wetter als solches in seinen vielfältigen Erscheinungsformen macht nicht krank. Es ist ein natürlicher und notwendiger Reiz, dem sich der Organismus angepasst hat. Er weist aber immer wieder Schwachstellen auf, sie reagieren empfindlicher auf Wetter- und Witterungseinflüsse, die ungünstige Konstellationen dann verstärken. Wetterfühligkeit ist also keine Krankheit – jeder ist bis zu einem gewissen Grad wetterfühlig -‚ sondern ein Hinweis auf unseren Gesundheitszustand. Sie hängt wesentlich mit der physiologischen und psychischen Ausgangslage des Menschen zusammen, aber auch mit Alter, Geschlecht usw. Der gesunde Mensch bringt wetterbedingten Belastungen in der Regel genügend Widerstand entgegen. Wetterfühligkeit bedeutet also, dass sich der Organismus den wechselnden Wetterlagen nicht entsprechend anpassen kann. Man vermutet, dass rund ein Drittel der Bevölkerung wetterfühlig ist; Frauen sind mehr davon betroffen als Männer, Kinder und ältere Menschen reagieren stärker auf Wetter- und Witterungseinflüsse.

Wetter und Gesundheit - Wetterfühligkeit ist ein häufiges Phänomen

Kopfschmerzen - eine häufigige Erscheinung bei Wetterfühligen. Bild von Benjamin Thorn / pixelio.de

Am Verbreitesten sind zunächst Schwankungen im Befinden, die sozusagen zum täglichen Leben gehören: Müdigkeit und Arbeitsunlust, Appetitlosigkeit, Gereiztheit, Nervosität, Konzentrationsstörungen, Leistungsabfall. Häufig treten aber auch Beschwerden auf, wie Kopfschmerzen, Migräne, Augenflimmern. Schlafstörungen, Schmerzen an Knochenbruchstellen. Schwindel, Herzklopfen und andere Herz- und Kreislaufstörungen, dazu rheumatische Beschwerden, vegetative Symptome (Schweißausbruch), sogar unbegründete Schwermut.

Je nach Stärke des Leidens unterscheidet man zwischen wetterreagierend (alle, auch wetterstabile Menschen), wetterfühlig (Menschen, deren vegetatives Nervensystem intensiver oder früher als bei anderen auf Witterungsreize anspricht) und wetterempfindlich (durch Krankheiten oder Verletzungen).

Eine besonders markante Form der Wetterfühligkeit ist die sogenannte Vorfühligkeit, die manche Menschen schon einige Zeit (ein bis zwei Tage oder mehr) vorher auf einen kommenden Wetterumschwung reagieren lässt, vor allem Personen mit Narben-, Amputations- und Knochenbruchschmerzen, rheumatischen Beschwerden und seelischen Erkrankungen.

Wie wirken Einflüsse von Wetter und Witterung?

Alle Faktoren, die das Wetter und den Witterungsablauf mitgestalten (Sonnenstrahlung, Feuchte, Temperatur, Luftdruck, Wind, Luftionisation, Luftelektrizität, Luftverschmutzung u. a.), können den menschlichen Organismus erreichen. Am häufigsten machen sich jene Erscheinungen bemerkbar, die seinen Wärmehaushalt und die Flüssigkeitsbilanz beeinflussen, vor allem Temperatur, Feuchte und Wind. Hier kommen dann Wetterstationen ins Spiel, die die meisten dieser Faktoren messen können und bei Wetterfühligkeit ein guter Indikator sein können. Zuerst aber mehr zu den Wetter-Parametern und deren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus:

Temperatur

Die Toleranzbreite für das menschliche Wohlbefinden liegt zwischen 28 und 32 Grad Celsius (unbekleidet), bei mittlerer Bekleidung zwischen 18 und 22 Grad. Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit des Organismus zur adäquaten Wärmeregelung ab. (Auch manche Krankheiten beeinträchtigen diese Leistung, z. B. Bronchitis, Krebs, Herzerkrankungen.)

Feuchte

Für das Wohlbefinden sind 50 bis 60 Prozent Luftfeuchte am günstigsten. Trockene Luft fördert die Verdunstung, feuchte Luft schränkt sie ein. Zu trockene Luft kann die Atemwege reizen, zu feuchte Luft den Kreislauf belasten. (Föhnluft enthält nur bis zu 25 Prozent Feuchte, Regenluft bis zu 90 und Nebel fast 100 Prozent.) Besonders unerträglich für den Organismus ist die Verbindung von höherer Temperatur und Feuchte zu Schwüle, unter der vor allem Menschen mit Herz- und Kreislaufleiden, Bronchialbeschwerden, Allergien und Diabetiker leiden. Außerdem setzt sie Leistungsfähigkeit und Konzentration herab.

Wind

Jede Luftbewegung wirkt auf die Wärmeregulation des Körpers ein. Bei Hitze und Schwüle sorgt sie für Erfrischung, bei Kälte wird der geringste Luftzug dagegen sofort unangenehm. Zunehmende Windgeschwindigkeit hat eine steigende Entwärmung des Körpers zur Folge, der dann nicht schnell genug Ersatz schaffen kann. Zu Beginn der Luftbewegung fühlt man sich erregt, danach aber führt sie zu Ermüdung. (Für den Luftdruck als solchen, dies sei hier noch erwähnt, ergaben sich in der Forschung bisher keine Hinweise auf eine entsprechende Einwirkung.) Erscheinungen des Wetters treffen zuerst auf diejenigen Teile des Körpers, die direkt mit der Umwelt in Verbindung stehen – Haut (sie dient der Wärmeleitung, Schweißabsonderung, Vitamin-D-Bildung und empfängt Strahlung), Atmungsorgane (Reinigung, Schleimproduktion und Antikörperbildung), Augen (sie reagieren auf zu wenig und zu viel Licht) -‚ und das zentrale Nervensystem.

Die verträglichste Wettersituation für den Menschen ist die Phase der Beruhigung nach einem Wetterumschwung, die ungünstigste der Wetterumschwung (besonders Frontdurchgänge) selbst. Frontdurchgänge sind schön am Luftdruckverlauf zu erkennen. Gute Wetterstationen können diesen Verlauf darstellen. Ein Wetterumschwung wirkt sich vor allem auf den Blutdruck, den Magen-Darm-Trakt, Herz, Kreislauf, die Bronchien und bei rheumatischen Beschwerden aus, führt zu Kopfschmerzen, Migräne usw. Eine auffallende Stellung nimmt hier auch der Föhn ein, für dessen Einflüsse sich sogar der Ausdruck »Föhnkrankheit« bildete.

Föhn

Die Zufuhr warmer Luftmassen – sie ist für Föhneinbruch und Warmfronten typisch – stellt für den Organismus immer eine Belastung dar. Der Föhn ist ein warmer, trockener Fallwind zwischen Gebirgskamm und Tal, der sich in besonderer Wolkenbildung und weiter Sicht äußert. Im Allgemeinen beschränkt er sich auf die Alpen und das Alpenvorland.

Die Beschwerden, die im Zusammenhang mit dem Föhn auftreten, sind vielfältig, sie reichen von seelischen Störungen (Gereiztheit, Depression) über psychosomatische (Kopfschmerzen, Schlafstörungen) bis zu körperlichen Symptomen (Herz- und Kreislaufstörungen, Hirnschlag u. a.). Zur Erklärung seiner Wirkung entstanden mehrere Theorien. Heute neigt man wieder zu der Annahme, die Reibung zwischen warmer Föhnluft und darunterliegender, bodennaher feucht-kalter Luft durch den Wind sei die Ursache: Auf die dabei erzeugten kurzwelligen, schnellen Druckschwankungen reagiere das Nervensystem sehr empfindlich.

Föhn kann nicht nur eine gestörte Befindlichkeit, verminderte Leistungsfähigkeit und eine Verschlimmerung bestehender Krankheiten auslösen, sondern auch erhöhte Tendenz zu Verkehrsunfällen, Selbstmord und Kriminalität wird seinem Einfluss nachgesagt. Föhn tritt häufig vor einer näher kommenden Kaltfront auf und kündigt oft einen Wetterumschwung an.

Das Wetter als Krankheitsauslöser

Fast alle Wetter- und Witterungsabläufe, die man als »Störung« bezeichnet, können durch eine labile Situation des Organismus Krankheiten auslösen oder verstärken. Manche Erscheinungen (die schon erwähnten Herz- und Kreislauferkrankungen, allergische Reaktionen, neuralgische und rheumatische Erkrankungen etc.) sind besonders auffallend. Ansonsten lässt die Unzahl der Krankheiten und Kombinationsmöglichkeiten von Faktoren keine genaue Darstellung zu, welche Wettereinflüsse welche Erkrankungen provozieren.

In der Biometeorologie, der Lehre vom Einfluss des Wetters auf die Lebewesen (vor allem den Menschen), unterscheidet man verschiedene Arten wetterbedingter Krankheiten: solche, die durch Temperaturbelastung, Infektion, Strahlung oder jahreszeitlich bedingte Witterungsverhältnisse hervorgerufen werden (wobei die letzten drei ebenso mit dem Klima zusammenhängen).

Kurz erwähnt seien hier mit der Jahreszeit in Verbindung gebrachte Krankheitserscheinungen, so wie die Statistik sie nach Häufigkeit ausweist (denn hier ist eine eindeutige Zuteilung durch die komplexen Wechselbeziehungen verschiedenster Faktoren gleichfalls nahezu unmöglich). Sie werden auch als »Saison- Krankheiten« bezeichnet. Vor allem die sehr unruhige Witterungssituation der Übergangszeiten Frühjahr und Herbst können zu Leiden wie Kopfschmerzen, Lungen-, Herz- und Kreislauferkrankungen, Überfunktion der Schilddrüse und rheumatischen Beschwerden führen. Eine auffällige Bindung an das Frühjahr zeigen Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Im Sommer registrierte man besonders häufig Brechdurchfälle, Magen- und Darmstörungen, Heuschnupfen, Tetanus u. a. Der Winter geht unter anderem häufiger mit Erkältungskrankheiten, auch Bronchitis, Grippe, Lungenentzündung, Rheuma und Rachitis einher; allgemein steigt die Anzahl der Epidemien und Todesfälle. Besonders Herzleidenden empfiehlt es sich, im Winter zu großer Kälte und im Sommer direkter Sonnenbestrahlung aus dem Weg zu gehen.

Vorbeugen ist besser als heilen

Eine Therapie gegen Wetterfühligkeit gibt es nicht, dazu sind zu viele Faktoren daran beteiligt. Eine wesentliche Komponente bei der Wetterfühligkeit scheint aber die Lebensführung zu sein. Hier kann man also am leichtesten – und manchmal gerade am schwersten – beginnen, negative Einflüsse von Wetter, Witterung und Klima abzuschwächen.

Dazu gehören alle Maßnahmen, die den Organismus unterstützen und stärken, damit er dem Wetter möglichst wenig Angriffspunkte bietet und ihm mehr Widerstand entgegenzusetzen vermag: eine entsprechende Körperpflege (mit Bürstenmassage), natürliche und gesunde Ernährung, Bewegung bzw. regelmäßige sportliche Betätigung an frischer Luft, Stressabbau und ausreichender, erholsamer Schlaf, Erhaltung oder Wiedergewinnung des seelischen Gleichgewichts (auch durch Lösung von Problemen und Konflikten), Verzicht auf Genussgifte (Alkohol, Nikotin, Koffein), möglichst weitgehendes Vermeiden von Schad- und Giftstoffen, vernünftige Urlaubsplanung.

Eng mit dem Schutz gegen bzw. der Anpassung an Wetter und Witterung verbunden ist die Wahl dabei Kleidung. Sie trägt dazu bei, den Wärmehaushalt des Körpers im Gleichgewicht zu halten. Ihre wesentlichste Aufgabe besteht darin, die Wärme- und Feuchtigkeitsabgabe (durch Hauttemperatur und Schwitzen und das Eindringen von Kälte und Feuchtigkeit zu, Haut zu regulieren. Lässt die Kleidung nicht genug Wärme nach außen strömen, entsteht ein Wärmestau transportiert sie die Wärme zu schnell nach außen kommt es zur Unterkühlung. Die Art der Faser ist dabei weniger ausschlaggebend als ihre Fähigkeit Luft einzuschließen und festzuhalten, die eine Isolierschicht bildet. Von allen Naturtextilien entspricht Wolle diesen Anforderungen am besten. Ungünstig ist enganliegende Kleidung, sie hemmt die Schweißverdunstung und führt zu erhöhter Hauttemperatur und Unbehagen.

Besonders wichtig ist das Erkennen und Ausheilt von Infektionsherden (die Zähne und der HNO-Bereich weisen gerne versteckte Krankheitsherde au aber auch Entzündungen an inneren Organen, Verdauungsstörungen und Störungen der Drüsenfunktionen sind zu berücksichtigen), auf die der Wetterreiz oft nachhaltig hinweist.

Wie können Wetterstationen bei Wetterfühligkeit unterstützen?

Da es auf meiner Seite ja um Wetterstationen geht, will ich Ihnen noch kurz erklären, in wie fern Wetterstationen Ihnen bei Wetterfühligkeit helfen können. Helfen ist eigentlich ein falscher Ausdruck, da sie ja nicht helfen, wie die oben beschriebenen Maßnahmen. Allerdings messen Wetterstationen die wichtigen Parameter und mit etwas Erfahrung können Sie dann Wetterfühligkeit hin und wieder vorhersagen und vor allem Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge erkennen. Zum Beispiel kann eine Wetterstation einen Wetterumschwung ankündigen bzw. eine zu hohe Luftfeuchtigkeit in der Wohnung messen. Wenn Sie wissen, dass Sie darauf sensibel reagieren, können Sie versuchen, die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung zu senken.

Sollten Sie den Verdacht hegen, dass Sie auf einen Wetterparameter sensibel reagieren, rate ich Ihnen zu einer günstigen Wetterstation, die diesen Wetterparameter messen kann. Testberichte finden Sie hier ja genug. Sollten Sie spezielle Fragen zu einer Wetterstation haben, können Sie mich gerne kontaktieren, ich versuche Ihnen eine Kaufberatung zu geben (Email-Adresse steht im Impressum).

Dieser Artikel wurde sorgfältig recherchiert, stellt aber keine Ansprüche auf medizinische Richtigkeit und Vollständigkeit. Sollten Sie gröbere Beschwerden haben, rate ich Ihnen einen Arzt aufzusuchen!